Einsätze nahmen zum Jahresende Fahrt auf

13. Mai 2026
Jahreshauptversammlung der UG ÖEL und Flughelfer des Landkreises Cham

Zu ihrer alljährlichen Jahreshauptversammlung kamen die Mitglieder der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL; Standort Arrach) und der Flughelfer des Landkreises Cham (Standort Thürnstein) am Mittwoch im Gasthaus Schmidberger/Berghof Arrach zusammen.

In seinem Rückblick auf das vergangene Einsatzjahr zählte Leiter UG ÖEL Martin Silberbauer zahlreiche Fehlalarme oder Alarmierungen auf, bei denen die UG letztendlich nicht benötigt wurde. „Erst zum Jahresende hin nahmen die Einsätze Fahrt auf“, so Silberbauer. Besonders in Erinnerung blieb im Oktober eine Personensuche in Warzenried, welche sich ab kurz nach Mitternacht über 12,5 Stunden zog und zahlreiche Kräfte band – glücklicherweise mit einem positiven Ende. Kurz darauf war die UG ebenfalls im Oktober bei einem Großeinsatz im Aqacur Bad Kötzting eingebunden, wo eine Gastronomieküche in Vollbrand stand. Bei dem B4-Alarm waren zum Einsatzzeitpunkt etwa 450 Besucher anwesend, welche evakuiert wurden und für die Arbeit der Feuerwehren bedauerlicherweise zum Teil wenig Verständnis zeigten. Einen „nicht alltäglichen Einsatz“ hatten die Einsatzkräfte bei der Explosion eines Wohnhauses in Chamerau im Dezember. „Hier hat die vor einiger Zeit integrierte Führungsunterstützung hervorragend funktioniert, sodass wir beim Eintreffen am Einsatzort direkt übernehmen konnten“, so der UG-Leiter. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 14 Einsätze mit 546 Gesamtstunden zu verzeichnen.

Im Rückblick auf die Übungen und Ausbildungen war das „Flammende Steindl“ ein exponiertes Szenario, bei welchem ein Waldbrand im Ossergebiet angenommen wurde und zahlreiche Aufgaben zu bewältigen waren. Auch standen mehrere Ausbildungsabende mit der Einsatzleitsoftware „EDP“ auf dem Programm, welche eine „sehr umfangreiche und nützliche Software“ darstelle. Ein Ausbildungsschwerpunkt lag außerdem auf der Einweisung des neuen Einsatzleitwagens, bei welcher sich die Mitglieder mit den zahlreichen technischen Neuerungen vertraut machen konnten. Einen immer höheren Stellenwert nehme des Weiteren die Ausbildung in der Stabsarbeit ein. In Summe könne man 15 Übungen bei 326 Gesamtstunden zählen.

In der anschließenden Pause wurden die Versammelten durch Kai Drexler und dem Team um Gastwirt Heinrich Schmidberger mit frisch gegrilltem Spanferkel und Knödeln kulinarisch verwöhnt.

Auf ein „recht ruhiges Jahr“ konnte Leiter Flughelfer Christian Kress nach der Pause zurückblicken. 28 Termine standen für die Flughelfer an, darunter sieben Übungen, drei Lehrgänge, Standortschulungen und Besprechungen. Erfreulicherweise sei kein Einsatz zu verzeichnen gewesen. Man könne nichtsdestotrotz 2.272,5 Gesamtstunden und 5.204 zurückgelegte Kilometer verzeichnen. Vertreten war die Gruppe u.a. beim Tag der Rettungskräfte in Ruhmannsfelden, verschiedenen Flughelferübungen in Neustadt an der Donau, Rettenbach und Oberried, einer Katastrophenschutzübung in Selb/Fichtelgebirge oder auf dem Feuerwehr Erlebnistag in Passau. Auch wurde wieder mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern und im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung geübt. Einen verdienten und gebührenden Abschied konnten die Flughelfer ihrem bisherigen Leiter Konrad Kellner bereiten, welcher nach 18 Jahren sein Amt im letzten Jahr niederlegte.

„Ihr seid zwei bestens aufgestellte Spezialeinheiten, auf die zu jeder Zeit Verlass ist“, dankte Bürgermeister Gerhard Mühlbauer den Versammelten. Selbst Einsätze mit enormen Schadenslagen, wie etwa die Wohnhausexplosion in Chamerau, bei welcher er selbst mit im Einsatz war, können dank dem hervorragenden Ausbildungsstand bestens bewältigt werden.

Kreisbrandrat Michael Stahl betonte, dass man „viel kaufen und hinstellen kann, jedoch ohne die Menschen dahinter nichts funktioniert“. Die Finanzierung des Einsatzleitwagens durch den Freistaat Bayern sei ein absoluter Glücksfall. Dieser werde zukünftig in Doppelfunktion für den Katastrophenschutz/Ölwehr des Freistaats und die UG ÖEL dienen. Des Weiteren konnte – ebenfalls durch den Freistaat finanziert - ein UTV beschafft werden, welches ebenfalls in Arrach stationiert ist. Zur „Vervollständigung des Portfolios“ komme 2027 noch ein neuer, hochmoderner und ausfahrbarer Abrollbehälter Slider für die Einsatzleitung. Auch für diesen hoffe Stahl auf finanzielle Unterstützung durch den Freistaat. Zur besseren sprachlichen Verständigung bei grenzüberschreitenden Übungen und Einsätzen werde in Kürze eine Simultanübersetzung in Auftrag gegeben. Bei diesen grenzüberschreitenden Szenarien würden auch die Flughelfer künftig öfter eingebunden werden. Immer mehr in den Fokus rücke außerdem die krisenfeste Kommunikation, für welche aktuell ein Konzept ausgearbeitet werde. Abschließend dankte der Kreisbrandrat den Ehrenamtlichen für ihr Engagement bei den Einsätzen, wodurch sie beispielsweise bei der Wohnhausexplosion in Chamerau oder der Fliegerbombenentschärfung in Cham hohen Risiken ausgesetzt seien und leider oftmals das Verständnis der Bevölkerung fehle.